Wenn am Samstag, 17. Juli, auf der altehrwürdigen Hubert-Houben-Kampfbahn das Leder rollt, reißen sich 18 Mannschaften wieder um den beliebten Meinhard-Jannsen-Wanderpokal. Im letzten Jahr sicherte sich Ausrichter Blau-Weiss Krefeld das erste Mal den Cup, davor küssten die Pilstrinker das Edelmetall. Im ersten Jahr ging der Pott Richtung Bovert.
Nach der nun erfolgten Gruppenauslosung reden schon die ersten wieder von Todesgruppen, leichten Gruppen und Losglück oder -pech. Dass jedoch im Achtelfinale alle Karten neu gemischt werden, weiß ebenfalls jeder. "Außerdem sind alle Gruppen fast gleichstark", weiß Manuel A. Kölker vom Wettbüro "KÖ-Wetten" und führt dabei sein Ranking für die KFO 2004 an. Zum ersten Mal hat das Wettbüro, ähnlich dem Ranking des Jahres-Kickers, alle Teams auf Herz und Nieren unter die Lupe genommen. Neben den Torhütern, dem Defensiv- und Offensivverhalten, wurden auch die taktischen Möglichkeiten, die Neuzugänge, das Personal und der Trainer sowie das Umfeld bewertet. Lediglich Gruppe Drei (Übertriebene Härte, pilstrinker.de, Jung und Würzig 48, TC Bovert) ist wohl etwas schwerer, als die anderen drei Gruppen, denkt Kölker.
Von allen 18 Teams führt das Teen Pilstrinker.de mit einem Notendurchschnitt von 1,69 Punkten, was sie zu Favoriten macht. "Ausschlaggebend war das gute Abschneiden in der Vorbereitung und das durchweg harmonisch besetzte Team", begründet Kölker den Tipp. 10 Cent bringen deswegen nur 22 Cent an den Wettschaltern bei einem Sieg der Sieger von 2002.
Als zweitstärkstes Team schätzt KÖ-Wetten die Tennisfreunde Fischeln, kurz TFF, ein. Fischeln ist zur Zeit in aller Fußball-Munde, der Aufstieg des VfR in die Landesliga und der Reserve in die Kreisliga A, sowie der Stadtmeister-Titel der Altherren wurden im Krefelder Süden überschwenglich gefeiert. Nun soll nach der Finalteilnahme 2003 endlich auch der KFO-Cup her. Mit einem Notendurchschnitt von 2,375 werden bei 10 Cent Einsatz 30 Cent ausgezahlt.
Dich gefolgt dahinter der Vorjahressieger Blau-Weiss Eins. Zuletzt schwächelte das selbsternannte Bayern München vom Stadtwald in der Liga und büßte bittere Punktverluste ein. 33:10 lautet die Wettquote für die Blauen, die ebenfalls wie der TC Bovert und CHTC Alt auf den Notendurchschnitt von 2,625 verweisen können. Dabei gehen der 2001-Sieger Bovert nach einigen Jahren der Durststrecke wiedererstarkt ins Rennen (Quote 35:10). Als Geheimtipp hat KÖ-Wetten CHTC Alt herausgeguckt. "Das Team kennt sich bestens. Jeder weiß, was es bedeutet gegen alte Säcke spielen zu müssen", erklärt Kölker die Quote von 38:10.
Vorjahres-Geheimfavorit Grün-Weiss-Grün hat schon vor dem Turnier mit argen Problemen im Umfeld zu kämpfen. Zwar kehrte Tim Kluthausen zurück ins Tor des GWG, jedoch planen sowohl Maddis Steffen als auch Benny Kämper den Sprung zum Team "Jung und Würzig 48". Beide leiden des öfteren unter erheblichen Gleichgewichtsschwankungen bedingt durch Alkoholkonsum und haben deswegen Teamchef Jürgen Behler zur Turnierabsage getrieben. Der Preussen-Jugendkorrdinator hätte dem Team gut getan, ebenso wie sein Filius Jens, der sich aber nicht in der Mannschaftsaufstellung befindet. Zwar reicht das noch immer zu einer Quote von 45:10 (Notendurchschnitt 2,75), überzeugend ist es allerdings nicht.
Dagegen sind die Aegir Tigers neben den schon erwähnten alten Säcken des CHTC ebenfalls Geheimfavoriten. Jeder, der mal im Urlaub am Pool einem Ball hinterherjagte und sich danach seiner katastrophalen Kondition bewusst wurde, weiß, was es bedeutet Wasserball zu spielen. Ein konditioneller Vorteil dürfte also vorhanden sein, ebenfalls wie der aktuelle 2.Liga-Torschützenkönig im Team. Das reicht ebenfalls zu einem Notendurchschnitt von 2,75 und der Quote 50:10.
Gleichauf liegen die Mannschaften KTG und BW Nimm 2. Beide werden von KÖ-Wetten mit einem Durchschnitt von 2,875 und einer Quote von 55:10 bedacht. Dabei sieht gerade die KTG mit ihrem Neuzugang Alex Tysl und dem wiedererstarkten Rick van Hüllen gut aus. Dazu kommt, dass Abwehrrecke Jan Schumacher mit dem CSV Marathon den Aufstieg in die Kreisliga A feierte.
Dagegen gilt es für BW2 zu beweisen, dass mehr hinter den markanten Worten steckt, die jedes Jahr aus dem Stadtwald klingen. Meisterträume zerplatzten bis jetzt immer spätestens im Halbfinale und so wird es auch in diesem Jahr sein, so Kölker.
Das junge Team vom CHTC belegt mit der Quote von 60:10 Platz 10 in der Tipprangliste (Notendurchschnitt 2,9375). Die Jungs haben durch ihren Sport ebenfalls keine konditionellen Probleme, treffen aber sowohl in Liga als auch im Fußball zu wenig das Tor. In der Aufstellung befindet sich Jan Broja, der schon zu 99,99 Prozent zugesagt hat, am Turniertag aber wohl doch aus bis jetzt nicht bekannten Gründen fehlen wird.
Dicht auf den Fersen sind die Veteranen von Blau-Weiss. Ganz gefährlich im Abwehr-Mittelfeld-Bereich Udo Heikhaus, der noch immer hin und wieder die Schuhe für den TuS Bösinghoven schnürt. "Udo war mein bester Trainer, den ich je hatte. Er hat von seinem Können nichts verlernt", weiß Kölker, der für 10 eingesetzte Cent bei einem Turniersieg 70 auszahlt. Das Team erreicht ebenfalls einen Schnitt von 2,94.
Als zweiter Neuling läuft der Audio FC auf, eine Gruppe junger DJs. Zwar gelten die Jungs zum größten Teil aus guten Plattenteller-Verdrehern, ob sich das auf dem Rasen aber auch zeigt, bleibt fraglich. Lediglich Pierre Schweda versteht es, den Ball zu behandeln, was immerhin noch zu einem Notendurchschnitt von 3,31 reicht. 10 Cent bringen 75 zurück.
Nur knapp dahinter das Kegelteam Jung und Würzig 48. Die Jungs kennen sich mit Bällen aus, räumen aber Schwächen im mannschaftlichen Gefüge ein. Ob die Schnapsdrosseln Benny Kämper und Maddis Steffen dem Team schaden, darf vermutet werden, zu einem Favoriten machen sie es nämlich nicht. Eine Quote von 85:10 und ein Durchschnitt von 3,44 verheißt nichts gutes.
Mit dem gleichen Durchschnitt läuft, man höre und staune, das Team der Hardbreakers auf. Die Mädels haben sich gegenüber des letzten Jahres optimal verstärkt und werden im internen Girlie-Finale wie 2003 die Oberhand behalten. Zwar herrscht auch hier hin und wieder Zickenterror, doch Kölker schreibt eine Quote von 89:10 aus.
Chaotisch wird es nun. Das Team Chaos weiß zwar durch ein funktionierendes Umfeld zu gefallen, in allen anderen Mannschaftsteilen ist der Name aber Programm. Quote hier 90:10 bei einem Durchschnitt von 3,56.
Mit einem großen Ziel reisen die Fussicracks aus Münster an: diesmal zwei Siege landen. KÖ-Wetten glaubt nicht an diese Sensation und bietet eine Quote von 99:10 an. Auch der Durchschnitt von 3,69 lässt nichts gutes erhoffen.
Als große Unbekanntes tritt das Team von "Übertriebene Härte" auf. Als einzige Mannschaft hat man es bis jetzt nicht geschafft, einen Artikel bei www.blau-weiss-krefeld.de zu hinterlegen, was nichts gutes verheißt. Das Team um Adrian Müller ist gespickt mit Spielern aus Bonn, die mit dem dortigen BSV Rohleber den Aufstieg in die Kreisliga schafften. Doch wer tatsächlich mit nach Krefeld kommt, steht in den Sternen. Deswegen reicht es auch nur zu einem Durchschnitt von 3,75 bei einer Quote von 100:10.
Auf dem letzten Platz liegt das zweite Mädelsteam, die Brutalinos. Die letztjährige Niederlage schmerzt noch immer, was die verbalen Entgleisungen von Trainer Chris Ploenes deutlich zeigen. Auch im Team herrscht Unruhe, vor allem beim Blick Richtung Hardbreakers, Stichwort Zickenterror. Die Quote liegt bei 110:10, der Notendurchschnitt bei 3,81. Erwähnenswert allerdings, dass nur das geschulte Personal (nicht der Trainer) internationalen Ansprüchen genügt.
Manuel Kölker, 07.07.2004
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